GLOBALG.A.P.-Zertifizierung: Was dies konkret für Ihr Beschaffungsprogramm bedeutet

GLOBALG.A.P. (Good Agricultural Practices) ist ein privater Standard für Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit, der in Lieferketten für Frischprodukte weit verbreitet ist. Es handelt sich um die in EU-Einzelhandelsverträgen am häufigsten geforderte Zertifizierung für landwirtschaftliche Betriebe und zugleich um eine der am häufigsten missverstandenen.
Was sie abdeckt
Die GLOBALG.A.P.-Zertifizierung umfasst die Ebene des landwirtschaftlichen Betriebs und der Verpackungsanlage. Das Audit bewertet insbesondere das Pflanzenschutzmanagement (welche Pestizide in welchen Mengen eingesetzt werden und wie der Einsatz dokumentiert wird), die Risikobewertung zur Lebensmittelsicherheit, das Wohlergehen der Arbeitnehmer, die Umweltauswirkungen sowie die Rückverfolgbarkeit bis auf Feldebene.
Ein zertifizierter Betrieb kann jede Erzeugnispartie bis zu dem spezifischen Feldblock zurückverfolgen, auf dem sie angebaut wurde. Dies ist die GGN (GLOBALG.A.P.-Nummer), die Einzelhändler zunehmend auf Verkaufsverpackungen aufdrucken, manchmal zusammen mit einem QR-Code, der zu Informationen auf Betriebsebene führt.
Was nicht abgedeckt ist
Die GLOBALG.A.P.-Zertifizierung garantiert nicht, dass eine bestimmte Lieferung frei von Pestizidrückständen ist, die über den MRL-Grenzwerten liegen. Sie bescheinigt, dass der Betrieb über Systeme zur Steuerung des Pestizideinsatzes verfügt; sie testet jedoch nicht jede Charge.
Käufer, die Garantien für Rückstandsfreiheit benötigen, müssen Laboruntersuchungen vor dem Versand in ihre Anforderungen aufnehmen, anstatt sich allein auf GLOBALG.A.P. zu verlassen. Ein GGN-zertifizierter Betrieb mit mangelhafter Spritzmittelverwaltung produziert dennoch nicht konforme Früchte; ein nicht zertifizierter Betrieb mit disziplinierten Spritzprotokollen kann konforme Früchte produzieren. Die Zertifizierung steht in Zusammenhang mit der Konformität, ist jedoch nicht gleichbedeutend damit.
Versionen und Geltungsbereich
GLOBALG.A.P. veröffentlicht regelmäßig neue Standardversionen. Ab 2025 gilt Version 6. Käufer sollten bei jedem Zertifikat drei Punkte überprüfen:
- Nach welcher Version der Lieferant zertifiziert ist
- Welche Anbaugruppe das Zertifikat abdeckt (ein für Zitrusfrüchte zertifizierter Betrieb deckt keine Trauben ab)
- Ob es sich um eine Zertifizierung für einen einzelnen Betrieb (Option 1) oder eine Gruppenzertifizierung (Option 2) handelt
Option 2 ist unter kleinen ägyptischen Landwirten, die in einer Erzeugergruppe organisiert sind, weit verbreitet. Es handelt sich um einen legitimen Zertifizierungsweg, der jedoch auf einem internen Qualitätsmanagementsystem (QMS) innerhalb der Gruppe basiert und nicht auf Audits pro Betrieb; daher ist das interne Kontrollsystem der Gruppe ebenso wichtig wie das Audit selbst.
So überprüfen Sie die Gültigkeit
Alle gültigen GLOBALG.A.P.-Zertifikate können in der GLOBALG.A.P.-Datenbank (globalgap.org) anhand der GGN des Erzeugers oder der Zertifikatsnummer überprüft werden. Überprüfen Sie dies bitte selbst vor dem Versand. Zertifikate laufen jährlich ab und müssen nach einem erneuten Audit erneuert werden; ein abgelaufenes Zertifikat wird von den Auditoren der Einzelhändler als nicht vorhanden behandelt, unabhängig davon, wie kurz zuvor es abgelaufen ist.
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